Chronik

 Eine alte Aufnahme der Steckelsdorfer Kirche
Eine alte Aufnahme der Steckelsdorfer Kirche

Die Gegend um Steckelsdorf gehörte zwischen 900 und 1100 zum Grenzland (Mark) zwischen

Germanen und Slawen, die sich in der Herrschaft über das Land mehrfach abwechselten. Ab 1100 breitete sich das deutsche Kaiserreich endgültig in Gebiete östlich der Elbe aus. 

 

Erstmalig wurden Steckelsdorf und Buckow im Jahr 1335 erwähnt. Der Bayern-Markgraf Ludwig verpfändete dir Dörfer „Steggelsdorp et Buckow, gelegen dicht by Ratnowe“ an seinen Rat Johann von Buch

1354 fiel das Gebiet von Steckelsdorf nach Auseinandersetzungen zwischen weltlicher und kirchlicher Herrschaft in den Besitz des Erzbischofs von Magdeburg.

Im 15. Jh. gerieten die Ländereien in den Besitz derer von Treskow, die für mehrere Jahrhunderte das Land beherrschten..

1538 führt Margarete von Treskow, eine eifrige Anhängerin Luthers, in den Dörfern ihres Patronats, damit auch in Steckelsdorf, die Reformation ein. Katholische Geistliche wurden auf ihr Drängen zugunsten evangelischer Prediger ihrer Ämter enthoben.

1563 übernahm Thomas von Treskow das Gut zu Schollene und Hans von Treskow das Gut von Buckow.

1675 wurden die in den Nachwirren des 30jährigen Krieges eingefallenen Schweden durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm in der Schlacht bei Fehrbellin vertrieben. In Steckelsdorf wird auf Befehl des Kurfürsten ein Dankgottesdienst abgehalten.

1682 wurden die Besitztümer durch Balthasar Ferdinand von Treskow vereinigt und 1690 ein Rittergut gegründet.

1722 wurde das Gut für 14500 Taler an die Familie von Katte auf Wust verkauft. Verschiedene von Kattes bewirtschafteten den Steckelsdorfer Familienbesitz.

Auf dem Kietzhügel, der zu dieser Zeit zum Steckelsdorfer Flurgebiet gehörte, wurde von 1786 bis 1789 das Königlich Preußische Proviantamt erreichtet. Die Kaufverhandlungen hatte König Friedrich II selbst geführt. In der Folgezeit bezeichnete man das von Havelarmen umflossene Gebiet als Magazininsel

Am 06. Mai 1819 gab es auf der Gutsbrennerei einen verheerenden Brand in dessen Folge das gesamte Dorf mit Ausnahme der Windmühle des Müller-und Hirtenhauses vernichtet wurde.

Nach 1819 begann der Wiederaufbau des Dorfes, die Bauern Gebhardt, Bölker und Ludwig bauten ihre Höfe sicherheitshalber inmitten ihrer Ländereien außerhalb des Dorfes wieder auf. Daraus entstanden die in der Folgezeit bedeutenden Gutshöfe Bölkershof und Gebhardshof.

Ab 1820 begann auch der Wiederaufbau der Dorfkirche und des Herrenhauses. Die Kirche erhielt ihre heutige Form und konnte 1822 eingeweiht werden.

1880 wurde durch den Ort eine Chaussee von Rathenow nach Havelberg gebaut. Damit erhielt Steckelsdorf eine Anbindung an Rathenow, in deren Folge sich das Dorf der benachbarten Stadt immer mehr annäherte.

1901 entstand mit dem Havelausbau für den Großschiffahrtsweg Berlin-Hamburg und dem Bau einer großen Schleuse auf Steckelsdorfer Gebiet eine neue Siedlung: die Neue Schleuse.

Im zweiten Weltkrieg blieb das Steckelsdorf trotz tagelangen Beschusses durch die Rote Armee und mehrerer Luftangriffe im Gegensatz zur Stadt Rathenow weitgehend unzerstört. Mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen begann 1945 ein neues Zeitalter: Die ehemaligen Rittergüter Schneider und Scharper wurden im Zuge der Bodenreform enteignet, aufgeteilt und an 48 Siedler zur Bewirtschaftung übergeben.

Steckelsdorf gehörte in der Nachkriegszeit zum Kreis Jerichow II

und damit zum Land Sachsen-Anhalt. Im Zuge der Kreisgebietsreform 1952 wurde Steckelsdorf dem Kreis Rathenow im Bezirk Potsdam (ab 1990 Land Brandenburg) angegliedert und Neue Schleuse wurde nach Rathenow eingemeindet.

Im Jahre 2001 stimmten die Einwohner Steckelsdorf mehrheitlich für eine Eingemeindung in die Kreisstadt. Seit dem 01.01.2002 gehört das Dorf Steckelsdorf zur Stadt Rathenow.


 

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